also was ich meinte war …

… so im zusammenhang mit religion + gutsein :: wozu braucht man zum gutsein religion? warum kann man nicht einfach ohne umwege über aufgeklärtes christentum, moderaten islam oder ziviles judentum (oder oder oder) einfach gutsein. ganz privat, auf eigenes risiko und zum eigenen nutzen? ohne netz und doppelten boden + vor allem ohne das grosse zampano-karnickel aus dem grossen himmelshut, das notfalls alles mit harschem zugriff auf den ‚richtigen‘ weg zurückprügelt (darum ist religion letztlich immer aggressiv – qua konstruktion).

einfach so …

gut

sein

3 comments on “also was ich meinte war …”

  1. Andreas Ullrich sagt:

    auf ze.tt ::

    „… zu essen, wenn man wirklich hungrig ist und aufzuhören, wenn man gesättigt ist. Und zu essen, worauf man Lust hat. Es wird nicht unterschieden zwischen guten und bösen Lebensmitteln, es gibt keine Regeln …“

    das ist der neueste esstrend :: intuitive eating.

    *grins*

    intuitive moral/ethics? hunger/satt/keine regeln … mehr nicht.

  2. hanz sagt:

    Hmm, an seine Intuition zu glauben ist zumindest auch ein Glaube, oder? Früher, ganz früher hat man wohl gegessen, was überhaupt da war, also manchmal auch durchaus nichts. Wenig war überhaupt zu entscheiden, die Wahl war überschaubar. Das Schicksal deckte sozusagen den Tisch des Jägers&Sammlers. Manche „Urköstler“ versuchen dieses ursprüngliche Essverhalten unter heutigen Bedingungen nachzuahmen. Sie verdammen bereits „kultiviertes“ Getreide als unnatürlich und auf Dauer schädlich. Auch so eine Art Intuition, wenn auch nicht für jeden.

    Was ist der Mensch, ein Jäger und Sammler – eigentlich – oder ein Wesen, das sich ändert, das forscht, probiert, testet und Schlüsse zieht, Dinge immer wieder anders entscheidet.
    Der Mensch sucht nach Orientierung, nach Rückversicherung (wenn’s die anderen auch tun, kann’s so verkehrt nicht sein…“Induktion“, der Schluss vom Einzelnen zum Allgemeinen&Wesentlichen), nach einem Geländer, nach einem Richter, nach einem bestätigendem Urteil, das Richtige zu tun. Nicht jeder geht den weniger ausgetretenen Pfad, eben die meisten nicht. Aber jemand hat immer den ersten Schritt getan, ohne dass ein anderer schon einen Weg gebahnt hätte. Und wenn er nicht verschwindet oder untergeht, folgen ihm vielleicht andere, wenn er sie überzeugen kann.

    Und dann gibt es ja einen bekannten Religionsstifter, der ja sagte, dass die alten Regeln, die alten Gesetze nicht so wichtig seien als das eigene Urteil, dass man nicht über andere richten solle, dass man überhaupt erst einmal im Schuh des anderen gehen solle, dass man sich immer erst an die eigene Nase fassen solle, und wenn Richter, dann vor allem über das eigene Leben sein solle…
    Das ist auch eine „Religion“, wenn auch mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit umgedreht und uminterpretiert und verbogen.

    Am Ende müssen so oder so Entscheidungen getroffen werden, die einem niemand abnehmen kann.

  3. Maik sagt:

    Gemach, gemach. Natürlich kann man das. Man muss es einfach nur machen und die Sache hat sich.

    Die schlechte Nachricht: Das Gegenteil (Mord und Dodschlag u. dgl.) kann man genauso. Ein schräger Sachverhalt, vulgo FREIHEIT genannt.

    Ja, ja, und dann kommen so die Fragen, z.B.: Gibt’s die F denn wirklich einfach so, wie steht’s mit der DETERMINATION und vor allen Dingen mit der EUDÄMONIE und kommt nicht die sogenannte Freiheit eigentlich nur durch Letzteres und ist deshalb nicht mehr als ein Selbstbetrug? Kant hat dergleichen natürlich als Ketzerei verneint und allerdings auch Gott öder Ähnliches für unnötig erklärt, und dessen Expertise ist ja allseits bekannt:

    „Die Moral, so fern sie auf dem Begriffe des Menschen als eines freien, eben darum aber auch sich selbst durch seine Vernunft an unbedingte Gesetze bindenden Wesens gegründet ist, bedarf weder der Idee eines andern Wesens über ihm, um seine Pflicht zu erkennen, noch einer andern Triebfeder als des Gesetzes selbst, um sie zu beobachten………“

    Allerdings sei ein regelrechtes Gott-bashing, so nach Art heutiger Atheisten, wiederum nicht erforderlich, den er mag ja durchaus hilfreich sein, was indes etwas anderes ist als notwendig.

    Im Übrigen isses mit der Freiheit so wie mit Gott: Die Präsenz und Existenz dieses Dings zu beweisen wär ganz schön, geht aber leider nicht (auch Kant, sinngemäß).

    Also, so richtig ganz genau weiß man’s halt nicht. Auch die Blogger und Kommentarfreaks des Jahres 3016 werden sich damit noch beschäftigen, falls sich die Menschheit bis dahin noch nicht selbst ausgelöscht hat, aber das gehört ja auch zum Thema.

    So wie bei Peek und Cloppenburg muss man sich wohl auch aus dem philosophischen Gemischtwarenladen irgend was Nettes aussuchen, was gut zu mir passt, und dann seinen Weg gehen.

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