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	<description>Andreas Ullrich - Stefan Blankertz</description>
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		<title>symmetrie + teufelszeugZ</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 21:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ein schönes beispiel für total untaugliche symmetrische bilder ist die berüchtigte &#8216;einkommensschere&#8217;, die &#8211; wen wundertZZ &#8211; stets weiter auseinanderklafft. ordnet man die schere &#8211; wozu einen aber niemand zwingt &#8211; so an, dass die spiegelachse der schere in der horizontalen x-achse verläuft, bedeutet &#8216;auseinaderklaffen&#8217;: die extreme gehen weiter auseinander in dem sinne, das der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ein schönes beispiel für total untaugliche symmetrische bilder ist die berüchtigte &#8216;einkommensschere&#8217;, die &#8211; wen wundertZZ &#8211; stets weiter auseinanderklafft. ordnet man die schere &#8211; wozu einen aber niemand zwingt &#8211; so an, dass die spiegelachse der schere in der horizontalen x-achse verläuft, bedeutet &#8216;auseinaderklaffen&#8217;: die extreme gehen weiter auseinander in dem sinne, das der arme ärmer wird und der reiche reicher. die möglichkeit, dass beide reicher werden + dennoch die differenz grösser wird, bleibt intuitiv unentdeckbar verhüllt. beispiel: der ärmste verdient 1 $ den tag, der reichste 10.000 $ den tag (macht eine spreizung der schere von 10000-1=9999 $). verdient nun der ärmste im nächsten jahr das doppelte + der reichste lediglich 1% mehr (nähern sie sich also, zwar unbedeutend für den reichen, aber existenziell grandios für den armen, an), beträgt die differenz 10100-2=10098=grössere spreizung der einkommensschere. so scheisse kann es &#8216;statistisch&#8217; aussehen, wenn man das doppelte verdient + keiner merktZ ausser man selbst.</p>
<p>diese rechnung schlüpfte mir in&#8217;s gehirn bei der lektüre des extrem empfehlenswerten buches &#8216;das geheimnis der symmetrie &#8211; mathematiker entschlüsseln ein rätsel der natur&#8217; von marcus du sautoy (dtv 34658 | 12,90 €). das buch hatte mich für sich eingenommen mit dem in der verlagswerbung kolportierten satz</p>
<blockquote><p><em>&#8216;Die Evolution hat die Tiere mit einer extremen Empfänglichkeit für die Symmetrie ausgestattet. Wer im chaotischen Gewirr des Dschungels ein Muster mit Spiegelsymmetrie erkennen kann, hat eine grössere Überlebenschance. Stösst man auf Symmetrie im Unterholz, so handelt es sich entweder um etwas, das dich fressen will, oder um etwas, was du fressen könntest.&#8221;</em> (S. 320)</p></blockquote>
<p>an symmetrien das bedeutsamste für mich ist die festlegung der symmetrieachse. legt man im menschen eine symmetrieachse an die bedürfnisse an und spiegelt diese so auf die anspruchsseite, so hat man soziale gerechtigkeit. legt man die symmetrieache an die leistung an und spiegelt sie auf die anspruchsseite, so hat man die gerechte entlohnung. die symmetrieachse des marktes ist da viel abstrakter (er kümmert sich weder um individuelle bedürfnisse noch um individuelle fertigkeiten), sondern er kennt nur die &#8216;marktgängigkeit&#8217;: auch ein bedürfnisloser vollpfosten kann markterfolg haben, wenn er nur den geschmack eines nennenswerten teils der einkäufer trifft. da versagt die gerechtigkeitssymmetrie vollkommen &#8211; ein unbegabtes arschloch kann deutlich mehr verdienen als ein moralisch integerer mensch mit höchster begabung für unverkäufliches.</p>
<p>wenn wir als menschen wirklich nach symmetrien lechzen (also den wunsch haben, dass der einzelne mit seiner spezifischen struktur auch ein spiegelbild in der gesellschaft, im allgemeinen finden möge), so enttäuscht uns der markt und begeistert uns der sozialismus: blindheit gegen&#8217;s einzelne vs. gesellschaftliche produktion von herzsaftiger symmetrie.</p>
<p>aber vielleicht ist dieses symmetriegesumms ja nur eine mystische vision von der gottesebenbildlichkeit des menschen. und vielleicht ist symmetrie ja gar teufelswerk (jedenfalls sind alle viren hochsymmetrisch &#8211; und die tödlichsten am ultrasymmetrischten) &#8211; da gibtZ viel zu sinnieren &#8230; bis hin zu michaels ultratoleranter moralsymmetrie (akzeptiere stets die moral deines gegenübers als grundlage weiteren gemeinsamen handelns) &#8211; eine moral, die, wenn virulent verbreitet, durchaus interessante ergebnisse zeitigen könnte.</p>
<p>jedenfalls: lesetipp!</p>
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		<title>Eva Ziessler :: Eine kluge + witzige Frau über Kachelmann + S&amp;P</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 15:24:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[politiX]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Ziessler]]></category>
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		<category><![CDATA[Jörg Kachelmann]]></category>
		<category><![CDATA[Ratingagentur]]></category>
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		<category><![CDATA[Standard & Poor]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf ihrem (immer noch unschön gestylten) Blog hat Eva Ziessler einen Vortrag online gestellt, den sie an der &#8216;Theodor-Heuss-Akademie&#8217; der &#8216;Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit&#8217; in Gummersbach im Rahmen des Wochenendseminars „Liberale Denker – Philosophische Richtungen des Liberalismus im Vergleich“ gehalten hat: Rating-Agenturen – Die Pervertierung einer marktwirtschaftlichen Institution durch den Staat. Was will ich also? Etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf ihrem (immer noch unschön gestylten) Blog hat Eva Ziessler einen Vortrag online gestellt, den sie an der &#8216;Theodor-Heuss-Akademie&#8217; der &#8216;Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit&#8217; in Gummersbach im Rahmen des Wochenendseminars „Liberale Denker – Philosophische Richtungen des Liberalismus im Vergleich“ gehalten hat: <a href="http://evaziessler.wordpress.com/2012/02/19/rating-agenturen-die-pervertierung-einer-marktwirtschaftlichen-institution-durch-den-staat/" target="_blank">Rating-Agenturen – Die Pervertierung einer marktwirtschaftlichen Institution durch den Staat</a>.</p>
<blockquote><p><em>Was will ich also? Etwa eine Bresche für die Rating-Agenturen schlagen? Nichts liegt mir ferner! Sicherlich haben sie fehlerhafte Informationen ausgegeben, vermutlich allerdings in bestem Glauben (eine Verschwörungstheorie ist hier völlig unangebracht oder, wie ein knackiger Spruch lautet: Erkläre niemals etwas durch eine Verschwörung, was sich auch durch schlichte Dummheit erklären lässt!). Nein, die Rating-Agenturen sind genauso Opfer staatlicher Intervention geworden wie die Anleger, die sich nach ihnen richten mussten. Was hätten diese lange und erfolgreich am Markt tätigen Unternehmen denn machen sollen, als die SEC 1975 die Eigenkapitalvorschriften änderte? Der einzige Ausweg wäre gewesen, den Laden dicht zu machen. Das aber ist ziemlich viel verlangt von einem Unternehmer und riecht, wie Nietzsche sagte, moralinsauer.</em></p></blockquote>
<p>Viel Freude + Gewinn beim <a href="http://evaziessler.wordpress.com/2012/02/19/rating-agenturen-die-pervertierung-einer-marktwirtschaftlichen-institution-durch-den-staat/" target="_blank">Weiterlesen &#8230;</a></p>
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		<title>die spur des anderen</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 09:37:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Emmanuel Levinas]]></category>
		<category><![CDATA[Hamza Kasghgari]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Angesicht der Todesdrohung von S.A.* gegen Hamza Kasghgari ertappe ich mich bei Gewaltfantasien. Aber halt!, die anderen werden nicht nur mehr &#8220;Like it&#8221;s haben, sie werden auch mehr Waffen haben (sei es von der BRD, seien sie selbstgebastelt) und sie werden vor allem eins sein: skrupelloser. Die eigentliche Frage ist, wie der Pest der Intoleranz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Angesicht der Todesdrohung von S.A.* gegen <a href="http://www.thepetitionsite.com/1/death-calls-for-saudi-poet-and-blogger/?cid=FB_TAF" target="_blank">Hamza Kasghgari</a> ertappe ich mich bei Gewaltfantasien. Aber halt!, die anderen werden nicht nur mehr &#8220;Like it&#8221;s haben, sie werden auch mehr Waffen haben (sei es von der BRD, seien sie selbstgebastelt) und sie werden vor allem eins sein: skrupelloser. Die eigentliche Frage ist, <strong>wie der Pest der Intoleranz entgegen gewirkt werden kann</strong>.</p>
<p>Ich lese zur Zeit Emmanuel Levinas [1905-1995], weiß aber noch nicht richtig, was ich von ihm halten soll. Jedenfalls gründet er das, was er die &#8220;Menschenrechte&#8221; nennt (er gebraucht den Begriff unscharf und zählt dies, mal das dazu, auf jedenfalls allerdings die Meinungs- und Religionsfreiheit), nicht darauf, dass jeder seine Freiheit verteidigt, sondern auf das Akzeptieren des Anderen als Anderen in seiner Andersartigkeit (und Verletzlichkeit). Einerseits scheint mir das so aufregend nicht zu sein, denn schon Voltaire schrieb einem intellektuellen Gegner, er verabscheue dessen Meinung, aber setzte sein Leben dafür ein, dass er sie äußern dürfe. Andererseits scheint etwas daran zu sein, dass die liberale Aufforderung oft dahingehend formuliert wird, dass ein jeder für seine eigenen Rechte oder Freiheiten eintrete. Das könnte ein allzu dünnes Eis sein, denn jeder ist der Meinung, die eigene Meinung sei richtig und wert, verbreitet (und toleriert) zu werden &#8211; - viele hindert das überhaupt nicht daran, anderen die Meinung (bzw. deren Äußerung) zu verbieten oder verbieten lassen zu wollen. Die Nagelprobe für Toleranz ist nicht, die eigene (oder eine der eigenen ähnliche, genehme usw.) Meinung zu &#8220;tolerieren&#8221;, sondern die andere, die verhasste, die gefürchtete.</p>
<p>In diesem Sinne: Die Islamisten (&#8220;die Anderen&#8221;) haben das Recht, Kasghgaris Tod zu fordern.</p>
<p>Aber sie haben nicht das Recht, ihn zu töten.</p>
<p><strong>P.S.</strong> Die Seite mit der Petition für Kasghgari zeigt mir gerade (Do., 16. 02. 20112, 10:33), dass das Ziel der Petition sei, 10.000 Unterzeichner zu bekommen &#8211; die Petition, die Muppets für einen Oscar zu nominieren, hat bereits 58.858 Signaturen. Was für eine Scheiß-Welt.</p>
<p>____________</p>
<p>* Danke Murat Tebatebai für <em>dies</em> Kürzel.</p>
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		<title>nein ich kann nicht verstehen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 15:47:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Heissmangel]]></category>

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		<description><![CDATA[das inhaltlich indiffernte &#8220;Empört Euch!&#8221; empört mich. nein, ich kann UND WILL nicht verstehen, warum es eine empörung gegen staatliche misswirtschaft ist, wenn man den laden des ladenbesitzers um die ecke zerschlägt und damit seine existenz vernichtet. nein, ich kann UND WILL nicht verstehen, warum man, um sich über sparmaßnahmen der eigenen regierung (die dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>das inhaltlich indiffernte &#8220;Empört Euch!&#8221; empört mich. nein, ich kann UND WILL nicht verstehen, warum es eine empörung gegen staatliche misswirtschaft ist, wenn man den laden des ladenbesitzers um die ecke zerschlägt und damit seine existenz vernichtet. nein, ich kann UND WILL nicht verstehen, warum man, um sich über sparmaßnahmen der eigenen regierung (die dazu dienen soll, die eigene misswirtschaft von dritten finanziert zu kriegen) zu empören, jene dritten hassen muss. nein, ich kann UND WILL nicht verstehen, warum &#8220;der&#8221; kapitalismus schuld ist, wenn meine regierung scheiße baut, mich ausraubt, verarmt sowie hindert, produktiv zu sein. und &#8211; obwohl das nicht in diese liste gehört, aber mich auch ziemlich kräftig empört &#8211; nein, ich kann UND WILL nicht verstehen, warum es eine empörung gegen die bösen und imperialistischen us-amerikaner, zionisten und andere &#8220;westler&#8221; ist, eigene glaubensbrüder ins jenseits zu schicken.</p>
<p>wer so handelt, betreibt das geschäft der unterdrücker, hat sich zum hampelmann derselben machen lassen, betreibt keine empörung, sondern das geschäft der unterdrücker usf usf</p>
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		<title>zum abschluss (vor dem erscheinen der neuen übersetzung) :: dörfliche paradiese</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 08:22:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ayn Rand]]></category>
		<category><![CDATA[Buch des Monats]]></category>
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		<category><![CDATA[Der Streik]]></category>
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		<description><![CDATA[ayn rands &#8216;atlas &#8230;&#8217; erscheint am 20. februar in einer neuen übersetzung (auch nach endlosen ca. 120 sekunden herumgeklicke habe ich den namen des/der übersetzers/in nicht gefunden! bin ich blind? oder muss leistung nicht benamst werden?) im k.m.john verlag: der streik. leider findet sich auf der seite weder eine begründung, warum neu übersetzt wurde, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ayn rands &#8216;atlas &#8230;&#8217; erscheint am 20. februar in einer neuen übersetzung (auch nach endlosen ca. 120 sekunden herumgeklicke habe ich den namen des/der übersetzers/in nicht gefunden! bin ich blind? oder muss leistung nicht benamst werden?) im k.m.john verlag: <a href="http://der-streik.de/" target="_blank">der streik</a>. leider findet sich auf der seite weder eine begründung, warum neu übersetzt wurde, was diese übersetzung auszeichnen könnte oder warum sie notwendig war (oder bin ich blind?); noch ein hinweis zur vormerkbarkeit oder zu bestellwegen oder gar ein schicker bestellbutton (wer händler geil findet, sollte seinen eigenen handel nicht so verstecken). aber, wie gesagt: 120 sekunden waren vielleicht zu wenig, aber nach neueren surfgewohnheitsmessungserkenntnissen ist das schon viel zu lange, um ein lustloses abspringen zu verhindern. auch <a href="http://www.buchausgabe.de" target="_blank">bei michael</a> habe ich nix zum bestellen gefunden. das macht mich etwas ratlos (aber als praktizierender buchhändler weiss ich mir da natürlich zu helfen <img src='http://www.freiheitsfabrik.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ). alles sehr spartanisch + seltsam!</p>
<p>[ergänzung 14.2.2012 08:39 :: bestellen ist ab dem 13.02.2012 <a title="Bestellung Verlag John Ayn Rand Der Streik" href="http://verlagkaijohn.com/" target="_blank">jetzt doch möglich</a> ...]</p>
<p>jedenfalls:<br />
dörfliche paradiese &#8230; als lütter pööx habe ich mir immer kleine dorflandschaften gebastelt: ein tisch, verschiedene hohlkörper darauf und darüber eine bunte tischdecke; die erhöhungen mit allem möglichen krams bebaut + dann &#8216;gute nachbarschaft&#8217; gespielt (lego-könig besucht papierschloss und grüsst im vorbeigehen die plüschkatze + das aufziehfeuerwehrmobil). an dieses szenario fühle ich mich am ende des riesenromans erinnert: alle haben sich im tal eingefunden + sitzen in ihren kleinen häuslein in einer lichtpfütze und chillen auf die ihnen je eigene art. fast käme mir, wäre ich ein respektloser plünderer der bilder, noch die zeichnerische aufbereitung des paradieses in den wachturm-heftlein in den sinn: familie &#8211; grosser vater, kleinere mutter, grösserer sohn, kleine tochter unter baum mit schaaaf + liebem löwen. aber, wie gesagt, nur, wenn ich keinen respekt hätte (konjunktivus irrealis!) &#8230;</p>
<blockquote><p><em>Das erleuchtete Rechteck auf dem Grunde des Tales war das Fenster von Danneskjölds Haus. [...] Ragnar Danneskjöld lag auf einer Couch und las in einem Werk des Aristoteles: &#8220;&#8230;denn diese Wahrheiten gelten für alles, was ist, und nicht für gesonderte Dinge. Und alle Menschen benutzen sie, weil sie wahr sind, als seiend &#8230; Denn ein Prinzip, das jeder haben muss, der alles verstehen will, was ist, kann keine Hypothese sein &#8230; Offenbar ist ein solches Prinzip das gewisseste von allen; welches dieses Prinzip ist, wollen wir jetzt sagen. Es lautet, dass das gleiche Attribut nicht gleichzeitig dem gleichen Subjekt zugehören und nicht zugehören kann &#8230;&#8221;</em></p></blockquote>
<p>in dieser aristotelischen weisheit (dem tod der dialektik!) versteckt sich auch das ästhetische und psychologische kochrezept für ayn rand: es geht nicht um den kampf zwischen gut + böse (schön + hässlich) innerhalb eines menschen (denn niemand kann, aristotelisch argumentiert, gleichzeitig gut + böse (schön + hässlich) sein), sondern um die schrittweise enthüllung der ursprünglichen gutheit (schönheit) + ursprünglichen schlechtheit (hässlichkeit) eines jeden protagonisten. zum schluss, wenn alles entborgen ist, sind die grüpplein fein sortiert (die guten ins töpflein, die schlechten ins kröpflein), die protagonisten haben ihren einsinnigen (nicht: eigensinnigen!) charakter erlebt + akzeptiert.</p>
<p>das ist märchenhaft. zu märchenhaft. fast hollywoodesk! per aspera ad astra &#8230; und welche form hat astra? na klar: $ (soviel zum thema: märchen <img src='http://www.freiheitsfabrik.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> )</p>
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		<title>fast verdächtig gut &#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 20:31:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ayn Rand]]></category>
		<category><![CDATA[atlas shrugged]]></category>
		<category><![CDATA[john galt]]></category>

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		<description><![CDATA[wer nix genaues weiss + trotzdem einen verdacht legen will (wie man eine lunte legt, ohne verfügung über den endpunkt der lunte zu haben), der formuliert eine solche vermutung: dass jemand verdächtig gut eine bestimmte situation überzeugend darstellen könne, obwohl er ja offiziell damit gar nix anfangen könne (beliebter vorwurf für verstehende verteidiger &#8211; strafrechtlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>wer nix genaues weiss + trotzdem einen verdacht legen will (wie man eine lunte legt, ohne verfügung über den endpunkt der lunte zu haben), der formuliert eine solche vermutung: dass jemand verdächtig gut eine bestimmte situation überzeugend darstellen könne, obwohl er ja offiziell damit gar nix anfangen könne (beliebter vorwurf für verstehende verteidiger &#8211; strafrechtlich gesehen).</p>
<p>so luntenanzündend geetZ mir bei einer szene im galt, wo brüderlein taggart frau rearden flachlegt: das ist so brilliant widerlich (@stefan &#8211; was fasziniert?), so ausgefeilt inszeniert (wie der whiskey den hals herunter auf die schweissnassen brüste tropft) und so fein psychologisch begleitet (&#8220;Er fühlte eine blinde, grenzenlose Wut, halb Grauen, halb Lust; Grauen, weil er eine Tat beging, die er niemals jemand zu gestehen wagen würde [was er dann aber minuten später seiner angetrauten so perfekt antut, dass sie nur noch sterben will + das auch tut: <em>"... und gab ihm ein Lustgefühl, als wären seine Worte Schläge, durch die er ein Menschenantlitz entstellte."</em>];Lust, weil er sie beging in höhnischer Herausforderung jener, denen er sie nie zu gestehen wagen würde. Er war er selbst! schien der einzige bewusste Teil seiner Wut ihm zuzuschreien. Er war endlich er selbst!&#8221; &#8230; also: so psychologisch fein begleitet, dass man vermuten könnte (hier gleite ich in den investigativen journalismus!), dass man zu denken berechtigt sich darstellen könnte, dass &#8230;</p>
<p>jePP! also diese klebrige fantasie ist mir (nicht zuvörderst, aber an der oberfläche zuerst) im gedächtnis geblieben: die quallige hand an den whiskeygetunkten brüsten, die im nachgang ein menschenleben in den teich katapultiert, das gerade dabei war, sich zu rappeln &#8230;</p>
<p>als pendant (dialektisch gleichlautend + unterscheidend) ein kleines fitzelchen kafka &#8211; aussm schloss:</p>
<p><em>Glücklicherweise kam Frieda bald und erwähnte K. nicht, klagte nur über die Bauern und ging, in dem Bestreben K. zu suchen, hinter das Pult. Dort konnte K. ihren Fuß berühren und fühlte sich von jetzt an sicher. Da Frieda K. nicht erwähnte, mußte es der Wirt schließlich tun. »Und wo ist der Landvermesser?« fragte er. Er war wohl überhaupt ein höflicher, durch den dauernden und verhältnismäßig freien Verkehr mit weit Höhergestellten fein erzogener Mann, aber mit Frieda sprach er in einer besonders achtungsvollen Art, das fiel vor allem deshalb auf, weil er trotzdem im Gespräch nicht aufhörte, Arbeitgeber gegenüber einer Angestellten zu sein, gegenüber einer recht kecken Angestellten überdies. »Den Landvermesser habe ich ganz vergessen«, sagte Frieda und setzte K. ihren kleinen Fuß auf die Brust. »Er ist wohl schon längst fortgegangen.«- »Ich habe ihn aber nicht gesehen,« sagte der Wirt, »und war fast die ganze Zeit über im Flur.« – »Hier ist er aber nicht«, sagte Frieda kühl. »Vielleicht hat er sich versteckt«, sagte der Wirt, »nach dem Eindruck, den ich von ihm hatte, ist ihm manches zuzutrauen.« – »Diese Kühnheit wird er doch wohl nicht haben,« sagte Frieda und drückte stärker ihren Fuß auf K. Etwas Fröhliches, Freies war in ihrem Wesen, was K. früher gar nicht bemerkt hatte, und es nahm ganz unwahrscheinlich überhand, als sie plötzlich lachend mit den Worten: »Vielleicht ist er hier unten versteckt«, sich zu K. hinabbeugte, ihn flüchtig küßte und wieder aufsprang und betrübt sagte: »Nein, er ist nicht hier.« Aber auch der Wirt gab Anlaß zum Erstaunen, als er nun sagte- »Es ist mir sehr unangenehm, daß ich nicht mit Bestimmtheit weiß, ob er fortgegangen ist. Es handelt sich nicht nur um Herrn Klamm, es handelt sich um die Vorschrift. Die Vorschrift gilt aber für Sie, Fräulein Frieda, so wie für mich. Für den Ausschank haften Sie, das übrige Haus werde ich noch durchsuchen. Gute Nacht! Angenehme Ruhe!« Er konnte das Zimmer noch gar nicht verlassen haben, schon hatte Frieda das elektrische Licht ausgedreht und war bei K. unter dem Pult. »Mein Liebling! Mein süßer Liebling!« flüsterte sie, aber rührte K. gar nicht an, wie ohnmächtig vor Liebe lag sie auf dem Rücken und breitete die Arme aus, die Zeit war wohl unendlich vor ihrer glücklichen Liebe, sie seufzte mehr als sang irgendein kleines Lied. Dann schrak sie auf, da K. still in Gedanken blieb, und fing an, wie ein Kind ihn zu zerren: »Komm, hier unten erstickt man ja!« Sie umfaßten einander, der kleine Körper brannte in K.s Händen, sie rollten in einer Besinnungslosigkeit, aus der sich K. fortwährend, aber vergeblich, zu retten suchte, ein paar Schritte weit, schlugen dumpf an Klamms Tür und lagen dann in den kleinen Pfützen Biers und dem sonstigen Unrat, von dem der Boden bedeckt war. Dort vergingen Stunden, Stunden gemeinsamen Atems, gemeinsamen Herzschlags, Stunden, in denen K. immerfort das Gefühl hatte, er verirre sich oder er sei so weit in der Fremde, wie vor ihm noch kein Mensch, einer Fremde, in der selbst die Luft keinen Bestandteil der Heimatluft habe, in der man vor Fremdheit ersticken müsse und in deren unsinnigen Verlockungen man doch nichts tun könne als weiter gehen, weiter sich verirren. Und so war es wenigstens zunächst für ihn kein Schrecken, sondern ein tröstliches Aufdämmern, als aus Klamms Zimmer mit tiefer, befehlend-gleichgültiger Stimme nach Frieda gerufen wurde. »Frieda«, sagte K. in Friedas Ohr und gab so den Ruf weiter. In einem förmlich eingeborenen Gehorsam wollte Frieda aufspringen, aber dann besann sie sich, wo sie war, streckte sich, lachte still und sagte: »Ich werde doch nicht etwa gehen, niemals werde ich zu ihm gehen«. K. wollte dagegensprechen, wollte sie drängen, zu Klamm zu gehen, begann die Reste ihrer Bluse zusammenzusuchen, aber er konnte nichts sagen, allzu glücklich war er, Frieda in seinen Händen zu halten, allzu ängstlich-glücklich auch, denn es schien ihm, wenn Frieda ihn verlasse, verlasse ihn alles, was er habe. Und als sei Frieda gestärkt durch K.s Zustimmung, ballte sie die Faust, klopfte mit ihr an die Tür und rief: »Ich bin beim Landvermesser! Ich bin beim Landvermesser!« Nun wurde Klamm allerdings still. Aber K. erhob sich, kniete neben Frieda und blickte sich im trüben Vormorgenlicht um. Was war geschehen? Wo waren seine Hoffnungen? Was konnte er nun von Frieda erwarten, da alles verraten war? Statt vorsichtigst, entsprechend der Größe des Feindes und des Zieles, vorwärtszugehen, hatte er sich hier eine Nacht lang in den Bierpfützen gewälzt, deren Geruch jetzt betäubend war. »Was hast du getan?« sagte er vor sich hin. »Wir beide sind verloren.« – »Nein,« sagte Frieda, »nur ich bin verloren, doch ich habe dich gewonnen. Sei ruhig. Sieh aber, wie die zwei lachen.« – »Wer?« fragte K. und wandte sich um. Auf dem Pult saßen seine beiden Gehilfen, ein wenig übernächtig, aber fröhlich; es war die Fröhlichkeit, welche treue Pflichterfüllung gibt.</em></p>
<p>sorry. auch wenn ich rands plot gut verstehe und er seine dramaturgischen und voyeuristischen meriten hat, ist mir kafkas plot viel unmittelbarer nah.</p>
<p>es ist der unterschied zwischen logik und dialektik. <em>es ist ein weltenklaffender unterschied</em> &#8230;</p>
<p>&#8216;Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,<br />
Die eine will sich von der andern trennen;<br />
Die eine hält, in derber Liebeslust,<br />
Sich an die Welt mit klammernden Organen;<br />
Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust<br />
Zu den Gefilden hoher Ahnen.&#8221; (= jöhten)</p>
<p><em>&#8230; aber nicht fremd!</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>weihnacht im wilden westen &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 07:35:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ayn Rand]]></category>
		<category><![CDATA[eigen]]></category>

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		<description><![CDATA[habe gerade meine erneute lektüre von rands &#8216;john galt&#8217; beendet &#8211; trotz der sehr leisen warnung von michael. und es hat mir richtig spass gemacht! viel mehr als beim ersten mal vor vielen jahren. &#8216;damals&#8217; habe ich als einen neuen glauben suchender gelesen, jetzt als an karl may geschulter abenteuerleser. dieses entspannte, auf action gerichtete [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>habe gerade meine erneute lektüre von rands &#8216;john galt&#8217; beendet &#8211; trotz der <a href="http://www.freiheitsfabrik.de/wer-ist-richard-halley-ii/#comment-1808">sehr leisen warnung</a> von michael. und es hat mir richtig spass gemacht! viel mehr als beim ersten mal vor vielen jahren. &#8216;damals&#8217; habe ich als einen neuen glauben suchender gelesen, jetzt als an karl may geschulter abenteuerleser. dieses entspannte, auf action gerichtete lesen hat mich recht locker über die schier endlosen theoretischen passagen und die hölzernen liebesgeschichten hinweg getragen, die mir seit je ein dorn im auge gewesen sind. sub specie karl may (und hier besonders die winnetou-quintologie als referenzwerk) hat der roman einen fantsiereichen charme entfaltet, den ich nicht vermutet hatte.</p>
<p>ich hoffe, ich finde zeit, diese eindrücke hier noch etwas zu entfalten &#8230; und richard halley ist wohl doch ludwig van &#8230;</p>
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		<title>staatsschuld</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 11:17:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[politiX]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>

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		<description><![CDATA[Also da hat die BRD, Rechtsnachfolgerin des Tausendjährigen (!) Reiches, &#8220;Immunität&#8221; für Staatsverbrechen aller Art und Zeiten erreicht. Staatsverbrecher in aller Welt freuen sich. Zynisch kann man sagen: (1) Die ausführenden Personen der Verbrechen sind nicht haftbar, weil sie nur tun, was ihnen vom Staat befohlen wurde. (2) Der Staat ist nicht haftbar, weil kollektive [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Also da hat die BRD, Rechtsnachfolgerin des Tausendjährigen (!) Reiches, &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813186,00.html" target="_blank">Immunität</a>&#8221; für Staatsverbrechen aller Art und Zeiten erreicht. Staatsverbrecher in aller Welt freuen sich. Zynisch kann man sagen:</p>
<p>(1) Die ausführenden Personen der Verbrechen sind <em>nicht</em> haftbar, weil sie nur tun, was ihnen <em>vom Staat</em> befohlen wurde.</p>
<p>(2) Der Staat ist <em>nicht</em> haftbar, weil kollektive und abstrakte Entitäten nicht für die Handlungen Einzelner einstehen müssen.</p>
<p>Dagegen steht:</p>
<p>(1’) Kein Gesetz kann &#8220;richtig&#8221; oder &#8220;falsch&#8221; bestimmen, sondern bedarf der <em>vorgängigen</em> Klärung über Richtig und Falsch. Ergo kann kein Gesetz etwas, das falsch ist, zum Richtigen erklären oder denjenigen von Schuld frei sprechen, der das Falsche getan hat.</p>
<p>(2&#8242;) Der Staat handelt als &#8220;juristische Person&#8221;,* geht z.B. Verpflichtungen ein. Die BRD hat (anders als die DDR) ausdrücklich das Erbe des Dritten Reiches angetreten. Wer das Erbe von jemanden antritt, <em>übernimmt automatisch auch dessen Schulden</em>.</p>
<p>Und dann fällt mir (zugegebenermaßen etwas assoziativ) zu denen ein, die so gern einen &#8220;Schlussstrich&#8221; ziehen wollen unter die Vergangenheit der nationalsozialistischen Verbrechen: Meist sind es wohlgemerkt genau solche, denen es bei persönlichen Verbrechen nicht konsequent und unversöhnlich genug zugeht. Nein, S<em>chulden enden nie, bis sie abgezahlt sind</em>. Oder fragen wir anders: Wenn nach einem Mord, der ungesühnt bleibt, viele Jahrzehnte später der Täter ermittelt wird: Soll er dann straffrei ausgehen?</p>
<p>Eine ganz andere Frage ist es, ob &#8220;die&#8221; Deutschen kollektiv schuldig sind bzw. für die Schuld des Dritten Reiches einzustehen hätten. Aber diese Frage berührt sogleich die Frage der Staatlichkeit schlechthin: <em>Wenn</em> der Staat Verpflichtungen eingehen <strong>kann</strong>, <em>dann</em> sind alle seine Glieder damit verpflichtet. <em>Nur</em> der kann die Kollektivschuld &#8220;der&#8221; Deutschen bestreiten, der Staatlichkeit schlechthin das Recht bestreitet.</p>
<p>__________________</p>
<p>* Dass diese &#8220;juristische Person&#8221; nicht durch freiwilligen Zusammenschluss zustande kommt, steht auf einem anderen Blatt.</p>
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		<title>lechts und rinks</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/lechts-und-rinks/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 17:34:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediengeraune]]></category>
		<category><![CDATA[Erika Steinbach]]></category>
		<category><![CDATA[NSDAP]]></category>
		<category><![CDATA[Stalinismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Steinbach-Posse eignet sich hervorragend für etatistische Propaganda. Was bedeutet es inhaltlich, ob eine Person, ein Partei, eine Position oder was auch immer als &#8220;rechts&#8221; oder &#8220;links&#8221; klassifiziert wird? Was tut das zur Güte der Argumentation hinzu oder inwiefern mindert es die Schwere von Verbrechen? Michael Kohlstruck vom Zentrum für Antisemitismusforschung: &#8220;Natürlich hatte die NSDAP [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812950,00.html" target="_blank">Steinbach-Posse</a> eignet sich hervorragend für etatistische Propaganda. Was bedeutet es <em>inhaltlich</em>, ob eine Person, ein Partei, eine Position oder was auch immer als &#8220;rechts&#8221; oder &#8220;links&#8221; klassifiziert wird? Was tut das zur Güte der Argumentation hinzu oder inwiefern mindert es die Schwere von Verbrechen?</p>
<blockquote><p>Michael Kohlstruck vom Zentrum für Antisemitismusforschung: &#8220;Natürlich hatte die NSDAP einen &#8216;deutschen Sozialismus&#8217; im Programm, aber keinen internationalistischen, sondern einen, der auf Exklusion, Verfolgung und Vernichtung basierte.&#8221; Ganz sicher habe die NSDAP kein linkes System gewollt. Der Begriff &#8220;sozialistisch&#8221; habe damals eine andere Bedeutung gehabt als heute.</p></blockquote>
<p>Da verheddert sich einer in seinen eigenen platten Definitionen. Halten wir doch mal den Stalinismus dagegen: War der &#8220;internationalistisch&#8221;? (Dann war es die NSDAP auch &#8211; sie hat faschistische Parteien in anderen Ländern unterstützt; Hitler hat Franco im Bürgerrkieg konsequenter geholfen als Stalin den spanischen Kommunisten.) Und wenn der Stalinismus &#8220;internationalistisch&#8221; gewesen <em>wäre:</em> <em>Würde</em> das seine Verbrechen geringer machen? Basierte der Stalinismus &#8211; sowie der Maoismus und das Regime von Pol Pot &#8211; denn nicht auf &#8220;Exklusion, Verfolgung und Vernichtung&#8221;? Ob man nun Nationalsozialismus und Boschewismus auf eine Seite des politischen Spektrums schreibt oder auf die entgegengesetzten Seiten: Ändert das irgendetwas? Mit Sinn und Verstand angeschaut wohl kaum.</p>
<p>Wahrscheinlich gibt es einen Impuls, das &#8220;eigene Lager&#8221; von Schweinereien frei halten zu wollen. Wenn man rechts ist, will man, dass die Nationalsozialisten links waren. Wenn man links ist, will man, dass der Stalinismus rechts war. Aber <em>warum</em> muss man sich überhaupt in (<em>sic</em>) ein rechtes oder linkes Lage bekennen? Warum überhaupt in ein Lager? Das Lagerdenken führt zu KZs und zu GULAGs. Basta.</p>
<p>lechts und rinks kann man nicht velwechsern werch ein illtum (Ernst Jandl)</p>
<p>oder <strong>vielleicht doch keiner?</strong></p>
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		<title>wer ist richard halley? II</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/wer-ist-richard-halley-ii/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 20:29:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ayn Rand]]></category>

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		<description><![CDATA[als nachtrag: wenn ich mir das paganini&#8217;sche original anhöre, frage ich mich: warum hat r. überhaupt &#8230; ? hier von der wirklich unvergleichlichen hilary hahn gespielt: variations-sätze sind natürlich für das darlegen kompositorischer produktivkräfte unvergleichlich: aus jedem scheiss strohhalm wird gold gedroschen: ist das bach&#8217;sche goldberg-theme noch in sich selber schön + genügend, ist schon das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>als nachtrag:</p>
<p>wenn ich mir das paganini&#8217;sche original anhöre, frage ich mich: warum hat r. überhaupt &#8230; ? hier von der wirklich unvergleichlichen hilary hahn gespielt:</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/CpC8LVAmxM8?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>variations-sätze sind natürlich für das darlegen kompositorischer produktivkräfte unvergleichlich: aus jedem <del>scheiss</del> strohhalm wird gold gedroschen: ist das bach&#8217;sche goldberg-theme noch in sich selber schön + genügend, ist schon das (fast) letzte klavierwerk beethovens, die unverschämt reichen diabelli-variationen, ein wahrer goldhort auf einem wahren lumpen von einem thema. rachmaninov fällt gegen diese reiche produktivkraft (ich sehe das jetzt nach intensiverer beschäftigung) gnadenlos obermies zurück.</p>
<p>es ist verwirrend, wie erinnerungen einem immer gerne ein kleines streichlein spielen: wie, wenn ich meinen geliebten karl may, den ich mit einem lego-leuchtstein augenverderbend beleuchtet unter der bettdecke, die mich vor den anforderungen des für kinder rechtzeitigen zubettgehens schützte, für mich eroberte, nach erneuter lektüre jahrzehnte später nicht mehr verknusen kann vor lauter ärger &#8230; so ist auch manche erinnerung an gehabte musikgenüsse weit reicher an schönheit als deren aktuelle revisitation.</p>
<p>manches sollte man einfach unaktualisiert ruhen lassen. &#8216;meinen&#8217; rachmaninov habe ich mir jedenfalls gründlich versaut &#8211; den r., den ich erinnerte in pracht + schönheit + der mir jeZZe zusammenschnurrt zu einem artifiziellen, kunstgewerblichen gewusel.</p>
<p>vielleicht sollte ich auch rand nicht nochmals lesen &#8230;</p>
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		<title>wer ist richard halley?</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/wer-ist-richard-halley/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 21:43:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ayn Rand]]></category>

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		<description><![CDATA[dagny taggart hört en passant auf der strasse ein radio-symphoniekonzert: &#8220;Es war ein regelloses Geheul, das unwillkürlich an blindwütig zerrissene Kleider und zerfetzte Leiber denken ließ. Es fehlte jede Melodie, jede Harmonie, jeder Rhythmus. Wenn Musik Gefühl war und Gefühl vom Denken kam, dann war dies der Schrei des Chaos, des Irrationalen, der Hilflosigkeit, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>dagny taggart hört en passant auf der strasse ein radio-symphoniekonzert: &#8220;Es war ein regelloses Geheul, das unwillkürlich an blindwütig zerrissene Kleider und zerfetzte Leiber denken ließ. Es fehlte jede Melodie, jede Harmonie, jeder Rhythmus. Wenn Musik Gefühl war und Gefühl vom Denken kam, dann war dies der Schrei des Chaos, des Irrationalen, der Hilflosigkeit, der menschlichen Selbstaufgabe.&#8221;</p>
<p>hat sie da gar schönberg gehört? jedenfalls: als gegengift injiziert sie sich richard halleys viertes konzert: &#8220;Das Konzert war ein leidenschaftlicher Schrei der Rebellion. Es war ein &#8216;Nein&#8217;, das einem gewaltigen Folterprozeß entgegengeschleudert wurde, eine Leugnung des Leidens, eine Leugnung, die zugleich der qualvolle Kampf der Selbstbefreiung war.&#8221;</p>
<p>&#8212;</p>
<p>vor jahren habe ich meine musiksammlung von vielem romantischen gedöns befreit. z.b. rachmaninov. einzig geblieben von ihm sind die paganini-variationen für klavier + orchester. die habe ich als frisch, peppig + munter empfunden (trotz der etwas getrübten rubinstein-interpretation). und als ich bei meiner gerade statthabenden revision meiner rand-lektüre zu den oben zitierten passagen kam, fiel mir zum ersten mal rachmaninov als mögliches vorbild für richard h. ein. das ist für mein sehr mäkeliges rand-verständnis schon ein gewaltiger fortschritt, hatte ich bislang doch eher den unsäglichen richard strauss als modell vermutet.</p>
<p>internerrecherchen ergaben (u.a.):  &#8221;Sergei Rachmaninoff is one composer who wrote works similar to those that the character Richard Halley might have written. Rachmaninoff&#8217;s music exhibits many of the qualities described of Halley&#8217;s in Atlas Shrugged. [...] Personally, I think of Rachmaninoff&#8217;s Rhapsody on a Theme of Paganini as something approximating a fifth concerto. Others consider his Symphony No. 2 to be a sort of fifth concerto. (<a href="http://www.quora.com/Who-is-or-was-the-real-Richard-Halley" target="_blank">Quelle</a>)</p>
<p>gerade der plot, dass dagny von einem putzmann (oder war&#8217;s techniker) beier bimmelbahn richard&#8217;s fünftes vorgepfiffen bekam,  unterstützt diese these: den paganini kann man wirklich gut pfeiffen.</p>
<p>also: hörtZ euch bei lust + interesse an (guter tastenschläger + der abbado sieht ihm zulänglich auf die finger) &#8230;</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/KcnJI-6Jntk?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/D5bP1CdfM-8?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/90MuPqYtV_k?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Goodmans Aggressionstheorie und das non-aggression principle</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/goodmans-aggressionstheorie-und-das-non-aggression-principle/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 07:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Paul Goodman]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Murray Rothbard]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Begriff In den Formulierungen des »non-aggression principle« (1) heißt es, »aggression« solle meinen »initiation or threatening of violence [bzw.] force [bzw.] power« (2). Diese Definition setzt gerade nicht voraus, dass es keine Aggression in diesem Sinne geben werde, wie manche naiven Formulierungen aus dem früheren Anarchismus zu versprechen scheinen (3), sondern dass a) »initiation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Begriff</strong></p>
<p>In den Formulierungen des <em>»non-aggression principle«</em> (1) heißt es, <em>»aggression«</em> solle meinen »<strong>initiation or threatening of violence</strong> [bzw.] <strong>force</strong> [bzw.] <strong>power</strong>« (2). Diese Definition setzt gerade nicht voraus, dass es keine Aggression in diesem Sinne geben werde, wie manche naiven Formulierungen aus dem früheren Anarchismus zu versprechen scheinen (3), sondern dass</p>
<p>a) »initiation or threatening of violence« als Rechtsbruch vorkommt und</p>
<p>b) mit defensiver »violence« (»force« | »power«) beantwortet und abgewehrt werden darf.</p>
<p>Nun haben wir dabei die typische von Goodman beschriebene Dialektik auch hier, obwohl nicht mit dem Begriff »Aggression«, sondern mit dem der Gewalt (4), des Zwanges oder der Kraft: Es gibt eine gute (erlaubte) Gewalt als Verteidigung und eine schlechte (verbotene) Gewalt als Angriff: Der gleiche Begriff in entgegen gesetzter ethischer Bewertung. Tatsächlich sind ja viele (die meisten) physiologischen und psychologischen Voraussetzungen und Vorgänge der aggressiven und der defensiven Gewalt identisch.</p>
<p>Mit dieser Überlegung könnte sich der Unterschied zwischen Goodman und Rothbard als begrifflicher, nicht inhaltlicher Art erweisen.</p>
<p><strong>Die unfertige Gesellschaft</strong></p>
<p>Nun scheint es so, dass Rothbard in <em>»Ethics of Liberty«</em> eine geschlossene Theorie des Erlaubten bzw. Verbotenen entwickelt: Alle ethischen Fragen bzw. Strittigkeiten sind eigentlich geklärt. Dagegen plädiert Goodman für eine Utopie, in welcher sich Vergesellschaftung durch die handelnden Individuen aus dem Wechselspiel von Kooperation und Konflikt ergibt: Möglichst wenig vorgefertigte Normen.</p>
<p>Innerhalb des Rahmens, den Rothbard mit der politischen Ethik der privaten Moral steckt, spielt sich allerdings das meiste dessen ab, was wir gesellschaftliches Leben nennen und hier wird es, gerade weil es keine Zentralinstanz gibt, die alles regelt, durchaus Konflikte und Auseinandersetzungen geben (genau das, was Goodman als für die offene Gesellschaft notwendige Aggression bezeichnet).</p>
<p>Darüber hinaus ist auch Rothbards politische Ethik weitaus weniger hermetisch, als es die seinem Temperament entsprechende Sprache nahe legt. Denn wenn seine Argumente, die sich als unvermeidliche logische Deduktionen präsentieren, nicht durch eine Zentralgewalt durchgesetzt werden, haben sie keinen anderen Status als eben den der Überzeugungskraft. Es eröffnet sich ein weites Feld für Aggressivität in Goodmans Sinne.</p>
<p>______________________________</p>
<p>(1) Die Bezeichnung »non-aggression <strong>axiom</strong>« halte ich zumindest für unglücklich, da sie nahe legt, dass es sich um eine begründungslose (begründungsunfähige) Setzung handle. Keine gute Grundlage für eine Ethik, wenn sie sich nicht auf Offenbarung stützt.</p>
<p>(2) Je nach Quelle.</p>
<p>(3) Oberflächlich gelesen ist das so bei Kropotkin. Aber mein Lieblingszitat bezüglich des Ausschlusses eines faulen Genossen zeigt, dass es auch im Anarchokommunismus nicht ohne Aggression (im gestalttherapeutischen Sinne) leben lässt.</p>
<p>(4) Auch Goodman hat vor <em>»Gestalt Therapy«</em>, nämlich 1945 (!), diese Dialektik mit dem Begriff <em>»violence«</em> (»natural violence«) entwickelt (auf Deutsch in: <a href="http://www.amazon.de/Einmischungen-Ein-Reader-Paul-Goodman/dp/3897970740/ref=sr_1_6?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1327477034&amp;sr=1-6" target="_blank">Paul Goodman, Einmischungen: Ein Reader, Bergisch Gladbach 2011</a>). Dass er in <em>»Gestalt Therapy«</em> den Begriff »Aggression« benutzte, ist vermutlich auf den Einfluss von Fritz Perls zurückzuführen.</p>
<p>Die Textgrundlage für diese Serie von Blog-Eintragungen zur gestalttherapeutischen Aggressionstheorie wird veröffentlicht in: <a href="http://www.amazon.de/Gestalttherapie-Essentials-Wichtigste-Grundlagenwerk-Hefferline/dp/3779503816/ref=sr_1_8?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1327477151&amp;sr=1-8" target="_blank">Stefan Blankertz, Gestalttherapie Essentials: Das Wichtigste aus dem Grundlagenwerk von Perls, Hefferline und Goodman, Wuppertal 2012</a>, erscheint im März.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Aggressionsbegriff</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 07:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Paul Goodman]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Murray Rothbard]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[Die positiv bewertete Aggression, nenne man sie nun gesund, natürlich oder notwendig, und die negativ bewertete Aggression werden von Goodman in Gestalt Therapy mit dem gleichen Namen belegt und können auch nicht zur klareren Unterscheidung oder zur Vermeidung von Miss- verständnissen mit zwei verschiedenen Begriffen auseinander gehalten werden, weil es sich bei der negativ bewerteten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die positiv bewertete Aggression, nenne man sie nun gesund, natürlich oder notwendig, und die negativ bewertete Aggression werden von Goodman in <em>Gestalt Therapy</em> mit dem gleichen Namen belegt und können auch nicht zur klareren Unterscheidung oder zur Vermeidung von Miss- verständnissen mit zwei verschiedenen Begriffen auseinander gehalten werden, weil es sich bei der negativ bewerteten Aggression um die negativ gewendete positive Aggression handelt. Der Dialektiker würde vom (qualitativen) Umschlag sprechen. Goodman bezeichnet den Vorgang in der psychoanalytischen Tradition als »Bindung«: Das Bedürfnis wird an ein falsches Objekt gebunden oder zeitlich festgeschrieben. Das falsche Objekt kann der eigene Organismus sein oder ein außenstehender Sündenbock. Oder es findet eine zeitliche Entgrenzung statt: Die Wut kocht auf, aber der Hass währt ewig. Andere, eher gestalttheroretische (sowie an Reich angelehnte) Worte der Beschreibung könnten etwa »Erstarrung« oder »Verhärtung« sein: Die Figur ist nicht mehr plastisch für die eigenen Bedürfnisse und sich wandelnde Bedingungen der Umwelt.</p>
<p>Das Kriterium, um die positive von der negativen Aggression zu unterscheiden, ist, ob das Selbst Schaden nimmt. Oder anders gesagt: Keine Aggression ist positiv, die dem Selbst schadet. Dies ist ausdrücklich eine individualistische Perspektive, aber sie ist nur insoweit »anti-sozial«, wie Bedingungen der Gesellschaft der Bedürfnisbefriedigung entgegenstehen. Denn Goodman nimmt ausdrücklich die echten sozialen Funktionen in die Definition des Selbst mit hinein; kurz: Jemand, der der Umwelt schadet, schadet sich selbst. Um zu einer sinnvollen Sozialität zu gelangen, brauchen wir den individualistischen Standpunkt nicht aufzugeben, sondern bloß, wenn wir »anti-persönliche« Bedingungen gesellschaftlich durchsetzen wollen. – Das nächste Mal ein paar Überlegungen dazu, ob bzw. wie dieser Ansatz mit Murray Rothbards <em>Ethics of Liberty</em> und dem <em>non-aggression principle</em> zusammengedacht werden kann.</p>
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		<title>nur so nebenbei &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 22:10:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Heissmangel]]></category>

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		<description><![CDATA[die richtigen namen werden genannt (bastiat, hayek, mises, rothbard) und das richtige bürgerliche interieur (wacholderstube und kaminzimmer) wird süffig kredenzt: eigentlich macht die ankündigung des herz- und magenblättchens des liberalen spiessertums -  &#8216;eigentümlich frei&#8217; aus unerfindlichen gründen benannt &#8211; alles richtig mit der ankündigung einer veranstaltung der theodor-heuss-akademie. aber bei einem peripheren randsätzlein krümmt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>die richtigen namen werden genannt (bastiat, hayek, mises, rothbard) und das richtige bürgerliche interieur (wacholderstube und kaminzimmer) wird süffig kredenzt: eigentlich macht die ankündigung des herz- und magenblättchens des liberalen spiessertums -  &#8216;eigentümlich frei&#8217; aus unerfindlichen gründen benannt &#8211; alles richtig mit der ankündigung einer veranstaltung der theodor-heuss-akademie. aber bei einem peripheren randsätzlein krümmt sich meine magenwand doch empfindlich: &#8220;Aufgelockert wird das Programm durch einen Filmabend am Samstag, bei dem ein liberaler Film gezeigt wird.&#8221;</p>
<p>was zum teufel ist ein liberaler film? und warum ist ein liberaler film eine auflockerung? ist beethoven ein liberaler komponist? und wenn ja, warum? oder hat rembrandt liberale bilder gemalt? und wenn ja, warum? und bach war sicher kein liberaler notensetzer+ mozart wohl auch nicht so recht.</p>
<p>eine klassifizierung,  die diese 4 typen aussen vor lässt (nur beispielhaft genannt! es könnten auch freud, adorno, foucault und luhmann sein), kann mir den intellektuellen, äathetischen und moralischen buckel herunter rutschen &#8211; wo sie mit so einem rutsch landen, sei dahingestellt &#8211; und sollte sich weinend in eine demutsecke verziehen + und hochheilig geloben, nach besserung zu streben.</p>
<p>aber bei spiessern muss halt alles passen: liberale denker + liberales kulturgedöns vor knisterndem kaminholz. ich würde lieber hayek + otto gemeinsam verhandeln oder rothbard + trio &#8211; da würde ich wenigstens gezwungen, meine eigens geköchelte suppe zu verlassen und im ungemachten bett mein kuscheleckchen neu zu gestalten &#8230; eulen nach athen ist schon schlimm (weil ressourcenvergeudung vor dem ökö-herren), aber liberales filmgut zu rothbards ist schon eine geistige devotion, die sich murray sicher verboten haben würde.</p>
<p>hoffe ich wenigstens. sonst müsste ich einiges bei mir revidieren.</p>
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		<title>Utopie?</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/utopie/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 08:33:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Paul Goodman]]></category>
		<category><![CDATA[Anarchismus]]></category>
		<category><![CDATA[Pragmatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[So eindeutig, wie Freud am Ende von »Das Unbehagen der Kultur« formuliert und wie ihm unterstellt wird, war er selbst nicht. Kurz vor Ende der Schrift sagt er, er könne »ohne Entrüstung den Kritiker anhören, der meint, wenn man die Ziele der Kulturbestrebung und die Mittel, deren sie sich bedient, ins Auge faßt, müsse man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So eindeutig, wie Freud am Ende von »<em>Das Unbehagen der Kultur«</em> formuliert und wie ihm unterstellt wird, war er selbst nicht. Kurz vor Ende der Schrift sagt er, er könne »ohne Entrüstung den Kritiker anhören, der meint, wenn man die Ziele der Kulturbestrebung und die Mittel, deren sie sich bedient, ins Auge faßt, müsse man zu dem Schlusse kommen, die ganze Anstrengung sei nicht der Mühe wert und das Ergebnis könne nur ein Zustand sein, den der einzelne unerträglich finden muß«.</p>
<p>Zumindest zwischen den Zeilen schimmert durch, dass ­Aggression nicht nur vom Einzelnen ausgeht, der wegen der kulturellen Hemmung seines Drangs nach Triebbefriedigung zur Aggression neigt, sondern auch von der Gesellschaft (resp. Kultur): »Die Aggression des Gewissens konserviert die Aggression der Autorität«. Wenn also nicht individuelle Aggression gegen die kulturelle Zähmung steht, sondern indi­viduelle Aggression versus soziale Aggression, fragt sich, warum dieser Kampf von vornherein zugunsten der sozialen Aggression entschieden sein soll. Vor allem fragt sich, wie denn die soziale Aggression begrenzt werden könnte. Diese soziale Aggression schafft ja auch nach Freud womöglich einen Zustand, »den der einzelne unerträglich finden muß«. Die soziale Aggression, eingehüllt in das moralische Gut und Böse, ist nicht immer oder vornehmlich im Interesse des Einzelnen: »Ein ursprüngliches, sozusagen natürliches Unterscheidungsvermögen für Gut und Böse darf man ablehnen. Das Böse ist oft gar nicht das dem Ich Schädliche oder Gefährliche, im Gegenteil auch etwas, was ihm erwünscht ist, ihm Vergnügen bereitet. Darin zeigt sich also fremder Einfluß; dieser bestimmt, was Gut und Böse heißen soll«.</p>
<p>Wenn Freud dennoch daran festhielt, den Einzelnen und nicht die Kultur oder Gesellschaft als »neurotisch« zu charakterisieren, so führte er einen ernstzunehmenden methodischen Grund dafür an: »Bei der Einzelneurose dient uns als nächster Anhalt der Kontrast, in dem sich der Kranke von seiner als ›normal‹ angenommenen Umgebung abhebt. Ein solcher Hintergrund entfällt bei einer gleichartig affizierten Masse, er müßte anderswoher geholt werden«. Oder anders gesagt: Aus einer Charakterisierung der Gesellschaft als »krank« ergibt sich notwendig, dass die angenommene »Normalität« eine Utopie ist.</p>
<p>Aber welche Utopie könnte als »normal« gelten? Wilhelm Reich löst dieses methodische Problem, indem er auf den Begriff einer »Natürlichkeit« zurückgreift, der sich ganz in der biologischen Funktion erschöpft. Der Vorwurf, den auch Goodman bisweilen gegen Reich vorgebracht hat, damit würde er die Kulturleistungen herabwürdigen, ist insofern nicht gerecht, weil Reich diese Kulturleistungen immer wieder auch als erhaltenswert preist. Allerdings ist an dem Vorwurf richtig, dass die Kulturleistungen in dem theoretischen Rahmen von Reich nicht erklärbar sind (und nicht als normal-natürlich-biologisch gelten können). Goodman geht diesen Weg nicht: Die Therapie solle so wenig Normen wie möglich aufstellen und dem Klienten nach Möglichkeit nicht der eigenen wissenschaftlichen Theorie der Gesundheit unterwerfen.</p>
<p>Was dann ist die Utopie, auf die hin Goodman von einer »neurotischen Gesellschaft« sprechen kann, die vor dem Anspruch des Einzelnen versagt? Meines Erachtens liegt die Antwort in Goodmans eigentümlichem anarchistischen Pragmatismus: Der Mensch als problemlösendes Tier solle in einer sozialen Umgebung leben, in der er seine Fähigkeit, für sich und für die mit ihm in direktem Kontakt verbundenen Menschen Probleme zu lösen, auch anwenden kann. Dies setzt eine Gesellschaft voraus, die für die kreative Initiative des Einzelnen offener ist, die sich flexibler anpassen lässt und in deren Strukturen eben nicht »alles mit allem zusammenhängt«, sondern lokale und individuelle Sonderwege beschritten werden können. Und dies setzt Menschen voraus, die sich nicht verzweifelt daran klammern, dass die Gesellschaft sie nährt wie die Mutter ihre Kinder. Es wird immer nötig sein, die Umwelt auf sich selbst zuzuschneiden. Oder anders gesagt: Eine Umwelt, in der sich der Organismus gesund entwickeln kann, ist gerade davon gekennzeichnet, dass sie sich vom Organismus auf sich zuschneiden und einverleiben (assimilieren) lässt. Dieses Zuschneiden – Initiative und Zertrümmerung – ist der gute Sinn der Aggression.</p>
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		<title>sich kümmern</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/sich-kummern/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 07:46:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einfachheiten]]></category>

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		<description><![CDATA[bei meiner morgenzigarette aus dem fenster (zu meinem &#8216;hof&#8217;) sah ich eine schlaff schlurfende graue frau mit einem quicklebendigen kleinen hundchen: hund rast weit weg, frauchen pfeift routiniert, hundchen bremst quietschend, rast zurück, meldet sich erkennend wieder an und im gleichen atemzug wieder ab und rast wieder seiner wege &#8230; frage nach der beruhigenden funktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>bei meiner morgenzigarette aus dem fenster (zu meinem &#8216;hof&#8217;) sah ich eine schlaff schlurfende graue frau mit einem quicklebendigen kleinen hundchen: hund rast weit weg, frauchen pfeift routiniert, hundchen bremst quietschend, rast zurück, meldet sich erkennend wieder an und im gleichen atemzug wieder ab und rast wieder seiner wege &#8230;</p>
<p>frage nach der beruhigenden funktion von haustieren: wenigstens irgendetwas+irgendwer kümmert sich um mich, nimmt mich wahr, hört auf mich</p>
<p>&#8216;die welt&#8217; (zweite natur) kümmert sich nicht um mich.</p>
<p>&#8216;sozialstaat&#8217; ist die produktion einer (dritten) natur, die mich (notfalls per gerichtsentscheid) wahrnehmen muss.</p>
<p>&#8216;marktwirtschaft&#8217; ist die freiheit, mich wahrnehmbar zu machen (etwa als begehrenswerte ware oder unverkäufliches unicum) oder es zu lassen.</p>
<p>&#8216;eingeklagte wärme&#8217; &#8230; klingt armselig. aber was soll die graue frau am kalten markt anbieten?</p>
<p>temperaturverteilungen als argumentationsersatz &#8230; das ende der aufklärung: die intellektuelle klimakatastrophe.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aggressionstheorie</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/aggressionstheorie/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 10:52:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Paul Goodman]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aggressionstheorie von Goodman ist eine Erläuterung zum Begriff des Bewusstseins. Das Bewusstsein sei funktional zu verstehen als eine Verzögerung an der Kontaktgrenze, weil die Bedürfnis­befriedigung schwierig und mit Hindernissen versehen ist. Um die Schwierigkeiten zu überwinden und die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, brauchen wir Energie. Diese Energie nennt Goodman »Aggression« (und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aggressionstheorie von Goodman ist eine Erläuterung zum Begriff des Bewusstseins. Das Bewusstsein sei funktional zu verstehen als eine Verzögerung an der Kontaktgrenze, weil die Bedürfnis­befriedigung schwierig und mit Hindernissen versehen ist. Um die Schwierigkeiten zu überwinden und die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, brauchen wir Energie. Diese Energie nennt Goodman »Aggression« (und der Begriff entspricht genau dem »Zorn« bei Thomas von Aquin).</p>
<p>Warum muss es solch ein sozial unverträgliche Begriff sein, der diesen Prozess beschreibt, den wohl kaum jemand bestreiten wird? Darum: Weil die Unverträglichkeit keiner sprachlichen Fehlbenennung entspringt, sondern einem tatsächlichen Konflikt mit der Gesellschaft. Die Bedürfnisbefriedigung muss zwar nicht, kann aber in einen Widerspruch zwischen Gesellschaft und Individuum führen. Diesen Widerspruch nicht nur aufgrund der faktischen Machtverhältnisse, sondern auch moralisch stets zuungunsten des Individuums und zugunsten der Gesellschaft zu entscheiden, leuchtet nicht ein. Die ständige Frustration der individuellen Bedürfnisse mündet, wie Freud sehr genau beobachtet hat, im Unbehagen an der Kultur, folglich in Aggression gegen die Güter und die Werte der Kultur.</p>
<p>Um die Korrektur zu verstehen, die Goodman an Freud vornimmt, müssen wir Freuds Wendungen sehr genau analysieren. Zum einen scheint er die »Sättigung unserer Bedürfnisse« vornehmlich als passives Bekommen zu sehen, was dem pränatalen Zustand entspricht, aber nichteinmal mehr dem des Säuglings. Zum anderen beschreibt er die Aggression als einen Trieb, der nach Befriedigung in sich selbst sucht, also nicht danach, ein Gut zu erreichen, das befriedigt. In <em>»Gestalt Therapy«</em> dagegen wird die Triebbefriedigung als ein aktives – eben »aggressives« – Sich-Sättigen (Saugen) sowie die Aggression als Teil des funktionalen Bewusstseins beschrieben. Die sozial gesteuerte, fremdbestimmte Bedürfnisbefriedigung ist geradezu die Ursache für das individuelle Unglück.</p>
<p>Nochmals: Warum belegt Goodman den positiven, lebensnotwendigen Prozess des aktiven Sich-Nährens denn mit dem gleichen Begriff wie die sozial verächtliche Zerstörung oder Destruktion? Aggressionen, die tatsächlich abzulehnen sind, sinnlos, böse, Leid schaffend, menschenverachtend, stellen »neurotische Derivate« der ursprünglich nützlichen (wiewohl nicht immer bequemen und angenehmen) Aggression dar. Die Bedingungen, unter denen die neurotischen Derivate entstehen, rufen zu therapeutischer und politischer Aktion auf. Aber diese Aktion darf sich nicht gegen den guten Sinn der Aggression selbst richten, denn sonst fallen sie dem Verhängnis anheim, <em>das Unbehagen in der Kultur</em> und damit Unglück und inhumanes Handeln zu perpetuieren.</p>
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		<title>Ganzheit vs. Totalität</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/ganzheit-vs-totalitat/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 17:43:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Paul Goodman]]></category>
		<category><![CDATA[Fritz Perls]]></category>
		<category><![CDATA[Gestaltpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Lewin]]></category>
		<category><![CDATA[Pragmatismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Bin in einem neuen Projekt versunken, die zentralen Stellen aus Perls-Hefferline-Goodman »Gestalt Therapy« angemessen zu übersetzen (es gibt zwei Übersetzungen, eine schlimmer als die andere) und zu kommentieren. Ein paar Gedanken will ich hier vorab präsentieren (bei der Aggressionstheorie von Gooman-Perls gibts auch eine interessante Frage, ob – und wenn ja wie – sie sich mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bin in einem neuen Projekt versunken, <a href="http://www.amazon.de/Gestalttherapie-Essentials-Wichtigste-Grundlagenwerk-Hefferline/dp/3779503816/ref=sr_1_9?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1326821983&amp;sr=1-9" target="_blank">die zentralen Stellen aus Perls-Hefferline-Goodman <em>»</em></a><em><a href="http://www.amazon.de/Gestalttherapie-Essentials-Wichtigste-Grundlagenwerk-Hefferline/dp/3779503816/ref=sr_1_9?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1326821983&amp;sr=1-9" target="_blank">Gestalt Therapy«</a></em><a href="http://www.amazon.de/Gestalttherapie-Essentials-Wichtigste-Grundlagenwerk-Hefferline/dp/3779503816/ref=sr_1_9?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1326821983&amp;sr=1-9" target="_blank"> angemessen zu übersetzen (es gibt zwei Übersetzungen, eine schlimmer als die andere) und zu kommentieren</a>. Ein paar Gedanken will ich hier vorab präsentieren (bei der Aggressionstheorie von Gooman-Perls gibts auch eine interessante Frage, ob – und wenn ja wie – sie sich mit dem Non-Aggression-Principle von Rothbard verträgt). Aber fangen wir von vorn an.</p>
<p>Man sollte Gestalttheorie weder mit Holismus noch mit Universalismus verzwechseln. Die Perspektive bleibt radikal individualistisch: Der Organismus ist mit seiner Wahrnehmung und seiner Bewegung das Organisationsprinzip der »Ganzheit«. Der Satz »alles hängt mit allem zusammen« ist keine Wirklichkeitserfassung, sondern ein neurotisches Ausweichen vor der Wirklichkeit (nach Sigmund Freud wäre er als interessante Methode zur Leidensverhütung zu charakterisieren). Er mündet entweder in einer Ohnmachtsfantasie – weil das Ganze zu umfassend ist, kann es nicht beeinflusst werden – oder in einer Omipotenz­fantasie wie z.B.: weil alles mit allem zusammenhängt, brauche ich hier nur für den Frieden im Nahen Osten zu beten und schon wird daraus etwas Gutes erwachsen. Beides läuft auf der Ebene der Handlung auf ziemlich dasselbe hinaus. Die Ganzheit, wie Kurt Lewin (und andere Gestaltpsychologen) sie fassen, ist dagegen ein vom Hintergrund sich abhebendes, zeitlich und räumlich eingegrenztes Sinnstück. Dies bezieht Goodman auf die therapeutische Situation als Mahnung, dass es nicht darum zu tun sein, das »ganze« Leben des Klienten umzukrempeln, sondern so vorsichtig – »minimal­invasiv« – wie möglich vorzugehen. Mit diesem Gedanken führt Goodman Gestaltpsychologie und Pragmatismus (William James und John Dewey) zusammen. Dem Pragmatismus zufolge besteht der Sinn des Bewusstseins darin, zur Veränderung drängende Situationen (Probleme) in ihren aktuellen Bezügen so lange zu analysieren, bis eine Ursache gefunden wird, die einen hinreichenden Ansatzpunkt zum Eingreifen (zum Lösen) bietet. Das heißt, dass die Analyse so weit und tief wie nötig, aber auch so brengrenzt wie möglich gehalten wird. Denn je komplexer die Ursache, um so schwieriger gestaltet sich der Eingriff.</p>
<p>Was psychotherapeutisch gilt, gilt auch politisch. Und an dieser Stelle schlägt Goodmans Ansatz in Gesellschaftskritik um: Dass unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen alles mit allem zusammenhängt, ist keine Naturnotwendigkeit und auch kein unausweichliches historisches Schicksal, sondern Ergebnis dessen, wie wir die Gesellschaft eingerichtet haben. Wir könnten zu einer Situation zurückkehren, in welcher Probleme eher vor Ort als in entfernten Schaltzentralen gelöst werden. Wir <em>könnten</em> mehr »organismische Selbstregulation […] möglich machen, erlauben und riskieren«, wenn wir die Komplexität entflechten und weniger totalitäre Ganzheiten dulden würden. Aber das ist nur möglich, wenn die Menschen weniger von neurotischer Angst umgetrieben, wenn sie selbst- bewusster, individualistischer und spontaner werden. Dies ist eine therapeutische und keine politische Aufgabe, denn die neurotische Hemmung der Selbstregulation ist ihrerseits eine selbstregulierte sinnvolle Antwort der Menschen auf den Zustand der Gesellschaft.</p>
<p>Gestalttherapie <em>ist</em> Praxis der Befreiung.</p>
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		<title>Funkstille</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/funkstille/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 20:19:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Ullrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[eigen]]></category>

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		<description><![CDATA[Hi Werde in den nächsten Tagen etwas schweigsam werden &#8230; Sicherungsplatte und jetzt auch die Arbeitsplatte haben ihren alten Geist spontan aufgegeben. Quäle mich jetzt mit einem süßen kleinen Tablet herum &#8211; für meine Wurstfinger eine echte Herausforderung! Aber dieses kleine Wunderding hilft mir immerhin, mit meiner Netzumwelt Kontakt zu halten. Genervt Andreas P.S. Mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hi</p>
<p>Werde in den nächsten Tagen etwas schweigsam werden &#8230; Sicherungsplatte und jetzt auch die Arbeitsplatte haben ihren alten Geist spontan aufgegeben.</p>
<p>Quäle mich jetzt mit einem süßen kleinen Tablet herum &#8211; für meine Wurstfinger eine echte Herausforderung!</p>
<p>Aber dieses kleine Wunderding hilft mir immerhin, mit meiner Netzumwelt Kontakt zu halten.</p>
<p>Genervt<br />
Andreas</p>
<p>P.S. Mir sind alle meine Fotos abhanden gekommen &#8211; wenn irgendwer noch Kopien bei sich herumschwirren haben sollte, wäre es lieb, sie mir per mail rüberzuschicken.</p>
<p>thnX!!!</p>
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		<item>
		<title>Freud: Toleranz und Retroflexion</title>
		<link>http://www.freiheitsfabrik.de/freud-toleranz-und-retroflexion/</link>
		<comments>http://www.freiheitsfabrik.de/freud-toleranz-und-retroflexion/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 19:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Blankertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschichte vom Goldenen Kalb habe ich als Beispiel schon öfter (zuletzt hier) behandelt. Eine interessante Variation der Geschichte fand ich bei Freud unter dem Titel &#8220;Der Moses des Michelangelo&#8221; (kostenlose Kindle-Version). Freud geht von den merkwürdigen Differenzen aus, die er bei der Beschreibung der Statue in der Literatur vorfand. Was nicht verstanden war, wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichte vom Goldenen Kalb habe ich als Beispiel schon öfter (zuletzt <a href="http://www.freiheitsfabrik.de/intoleranz/" target="_blank">hier</a>) behandelt. Eine interessante Variation der Geschichte fand ich bei Freud unter dem Titel <em>&#8220;Der Moses des Michelangelo&#8221;</em> (<a href="http://www.amazon.de/Der-Moses-des-Michelangelo-ebook/dp/B004SIYVA0/ref=sr_1_1?s=digital-text&amp;ie=UTF8&amp;qid=1325619141&amp;sr=1-1" target="_blank">kostenlose Kindle-Version</a>). Freud geht von den merkwürdigen Differenzen aus, die er bei der Beschreibung der Statue in der Literatur vorfand.</p>
<blockquote><p>Was nicht verstanden war, wurde auch ungenau wahrgenommen.</p></blockquote>
<p>Die Statue wird im Allgemeinen darauf bezogen, dass Moses die Steintafeln von Gott erhalten hat, zum Lager der Israeliten zurückkehrt, erfährt, dass sie abgefallen sind, und sich kurz vor seinem Zornesausbruch befindet. Freud hat die Statue nun exakt beschrieben und festgestellt, dass nichts in ihr auf den Ausbruch des Zornes hindeutet. Dagegen interpretiert er die Haltung der Statue (besonders die den Bart berührende rechte Hand) als Zeichen von <em>zurückgehaltenem</em> (retroflektiertem) Zorn.</p>
<blockquote><p>[Der Moses des Michelangelo] wollte es in einem Anfall von Zorn, aufspringen, Rache nehmen, an die Tafeln vergessen,* aber er hat die Versuchung überwunden, er wird jetzt so sitzen bleiben in gebändigter Wut, in mit Verachtung gemischtem Schmerz. […]</p>
<p>[Michelangelo] hat das Motiv der zerbrochenen Gesetzestafeln umgearbeitet, er läßt sie nicht durch den Zorn Moses&#8217; zerbrechen, sondern diesen Zorn durch die Drohung, daß sie zerbrechen könnten, beschwichtigen oder wenigstens auf dem Wege zur Handlung hemmen […] – nicht ohne Vorwurf gegen den Verstorbenen [Papst Julius II, für dessen Grab die Statue geschaffen wurde], zur Mahnung für sich selbst, sich mit dieser Kritik über die eigene Natur erhebend.</p></blockquote>
<p>Damit wird die Statue zum Sinnbild dessen, was ich für das Zentrum der Toleranz (und der Schwierigkeit, sie zu üben) halte: Es geht ja nicht darum, das zu respektieren oder zu dulden, was mir gefällt oder was mir gleichgültig ist (da braucht man gar nicht von &#8220;Duldung&#8221; zu sprechen), sondern <em>in gebändigter Wut, in mit Verachtung gemischtem Schmerz sich über die eigene Natur erhebend</em> das zu <strong>er</strong>dulden, was mir im höchsten Maße zuwider ist, was meinen tief eingewurzelten Werten und höchsten Wahrheiten widerspricht.</p>
<p>Danke, Sigmund, dass du mir diesen Michelangelo geschenkt hast. Frohes neues Jahr euch allen, die ihr der Freiheitsfabrik und ihren Kapriolen die Treue haltet.</p>
<p>&#8212;&#8211;</p>
<p>* So steht es in der Kindle-Edition. Scheint mir irgendwie grammatisch falsch. Bei Freud? Oder ein Fehler in der Edition?</p>
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