Die Steinbach-Posse eignet sich hervorragend für etatistische Propaganda. Was bedeutet es inhaltlich, ob eine Person, ein Partei, eine Position oder was auch immer als “rechts” oder “links” klassifiziert wird? Was tut das zur Güte der Argumentation hinzu oder inwiefern mindert es die Schwere von Verbrechen?
Michael Kohlstruck vom Zentrum für Antisemitismusforschung: “Natürlich hatte die NSDAP einen ‘deutschen Sozialismus’ im Programm, aber keinen internationalistischen, sondern einen, der auf Exklusion, Verfolgung und Vernichtung basierte.” Ganz sicher habe die NSDAP kein linkes System gewollt. Der Begriff “sozialistisch” habe damals eine andere Bedeutung gehabt als heute.
Da verheddert sich einer in seinen eigenen platten Definitionen. Halten wir doch mal den Stalinismus dagegen: War der “internationalistisch”? (Dann war es die NSDAP auch – sie hat faschistische Parteien in anderen Ländern unterstützt; Hitler hat Franco im Bürgerrkieg konsequenter geholfen als Stalin den spanischen Kommunisten.) Und wenn der Stalinismus “internationalistisch” gewesen wäre: Würde das seine Verbrechen geringer machen? Basierte der Stalinismus – sowie der Maoismus und das Regime von Pol Pot – denn nicht auf “Exklusion, Verfolgung und Vernichtung”? Ob man nun Nationalsozialismus und Boschewismus auf eine Seite des politischen Spektrums schreibt oder auf die entgegengesetzten Seiten: Ändert das irgendetwas? Mit Sinn und Verstand angeschaut wohl kaum.
Wahrscheinlich gibt es einen Impuls, das “eigene Lager” von Schweinereien frei halten zu wollen. Wenn man rechts ist, will man, dass die Nationalsozialisten links waren. Wenn man links ist, will man, dass der Stalinismus rechts war. Aber warum muss man sich überhaupt in (sic) ein rechtes oder linkes Lage bekennen? Warum überhaupt in ein Lager? Das Lagerdenken führt zu KZs und zu GULAGs. Basta.
lechts und rinks kann man nicht velwechsern werch ein illtum (Ernst Jandl)
oder vielleicht doch keiner?
