danach (post-xmas)

happ heute abend parallel den mozart-streifen von  miloš forman und das mtv-unplugged von udo lindenberg gesehen – gleicher rührungsfaktor (extrem!) – alles gelogen bis zum t-zett und alles glaubwürdig bis in die letzte geste: da soll sich einer auskennen …

gegen schluss von beidem zappte ich noch zum abschluss von den sissy-filmen: venedig! zu tränen rührend … gott sei dank wird man dadurch vor einem versinken in rührung endgültig + extrem bewahrt, dass nach dem (auch musikalisch!) gut profiliertem wandeln der gekrönten häupterInnen durch ein murrend-schweigsames volk (imperialismusalarm!) + der mutterkiste zwischen der lungenkranken mutter + ihrem kinde + dem milden obertheologen, das vorher zu recht musikalisch zerhackstückte österreichische nationalhymnenmotiv (ol’ haydn) sich vollkommen unberechtigt zur vollen blüte erweitert und sich ungehindert artikulieren darf. kotz!

politik profitiert von dem voreiligen aufgeben des wichtigkeitsanspruches ungerechtfertigten, subjektiven ablehnens. selbst mutterliebe wird noch zum magnetfeld stilisiert, das ungerichtete subjektivitätseisenspäne in nur eine und genau diese eine richtung sinngebend zu lenken weiss – sollte doch gerade liebe sich ihre richtung nicht vorgeben lassen.

mozart ist ultrageil. udo kommt dem verdächtig nahe. und sissy ist was zum lernen über eigene befindlichkeiten.

muss alles nich’ sein – iss mir aber so!

have a good time

ich ziehe hier mal hanz’enz worte aus dem kommentarkeller an’s schummrige tageslicht:

Anarchie bedeutet da für mich nicht, gar keinen Regeln folgen zu wollen, sondern sich als der zu erkennen, der an der Weggabelung steht und entscheidet, welcher Weg zu gehen ist. Eine unabnehmbare, einsame Entscheidung. Aber auch dass ich entscheide, wo ich überhaupt eine Gabelung anerkenne, sehe, wahrhaben will. Jedenfalls: Kein Knecht. Kein Herr. Nur meine Entscheidung.

besser könnte ich euch allen bekannten + unbekannten lesern + leserinnen nicht einen schönen jahresabschluss wünschen. und ein motto für’s nächste jahr liesse sich daraus auch sehr wohl stricken: praktisch wie ein socken, wärmend wie ein schal, erotisch wie ein eierwärmer …

macht’s gut + have a good time!

ernsthaft spielen

wenn ich ein spiel spielen will, ist es eine sinnvolle frage, ob ich in diesem spiel frei sein kann. sinnvoll nur deshalb, weil es ein ausdruck von freiheit ist, überhaupt entscheiden zu können, welchem spiel ich mich anschliessen will. kann ich mich nicht mehr entscheiden, wobei ich mittun möchte, ist jede folgefrage nach freiheit oder (schon arg relativistisch) ‘freiheitsgraden’ eh fuck.

wenn ich fussball spielen will, bin ich nach dieser entscheidung nicht mehr frei. ‘fussball’ ist schon vor allen meinen höchstpersönlichen gutdünkungen fertig da – elfmeter, abseits, 11 spieler pro mannschaft etc. – wenn ich fussball spielen will, dann will ich ‘elfmeter’, ‘abseits’, ’11 spieler …’ – weil, wenn ich das nicht wollte, ich eigentlich gar nicht fussball spielen wollte, sondern was ganz anderes (was ja auch schön sein kann, aber eben kein ‘fussball’) …

eine echte entscheidung setzt freiheit voraus, zerstört aber nach fällung derselben eben diese freiheit wieder. es ist eine zerstörung aus klugheit: weil, wenn ich nicht akzeptieren würde, dass es ziel des fussballspiels ist, möglichst viele bälle in den geschützten raum des gegnerischen torgestänges zu praktizieren + dagegen eigensinnig meiner freiheit dahin gehend ausdruck verleihen wollte, möglichst viele bälle im eigenen tor unterzubringen, ich meine entscheidung ‘fussball zu spielen’ insofern baldigst bereuen würde, als ich keinen platz in den existierenden fussballvereinen würde finden können und so meiner entscheidung den boden unter’m hintern wegzöge (und fussball als solosport eher in’s langweileige tendiert).

und dieser mechanismus ist immer der gleiche, ob ich mich nun entscheide, politiker zu werden oder fakir oder unternehmer. darum auch finde ich lamentationes von entscheidern so langweilig, die beklagen, dass sie auf grund eigener freier entscheidungen in eine zwangslage gekommen sind: entscheiden heisst immer, sich selber auf einhaltung von regeln zu verpflichten.

das gilt selbst für die entscheidung, keinen regeln folgen zu wollen. auch anarchie ist einschränkung von freiheit. anarchie ist moralisch. nicht klug.

erkenntnishammer

ein jahrhunderträtsel ist gelöst: wie der spiegel berichtet, haben wissenschaftler eines der letzten grossen rätsel der menschheit gelöst: warum menschen in bedrängnis nicht handeln, wenn sie sich von ihren handlungen keine verbesserung ihrer situation versprechen. so platt formuliert ist das natürlich kein rätsel, sondern schon die auflösung desselben, aber wissenschaft ist ja auch nicht so platt. sie ist problembewusst.

Die Wissenschaftler Aaron Kay von der Duke University und Justin Friesen von der University of Waterloo haben jetzt Forschungsarbeiten der vergangenen Jahrzehnte analysiert und kommen dabei zu einem Fazit: Menschen neigen dazu, sowohl schlechtlaufende Ehen als auch ungerechte Systeme zu verteidigen. Aber sie tun das nicht automatisch. [...] Kay und Friesen identifizierten vier Umstände, unter denen Personen sich eher hinter ihre negative Lebenssituation stellen, als sie zu ändern oder sich dagegen zu wehren. Den Forschern zufolge machen sich Menschen immer dann für die Regierung, die eigene Universität, die Firma oder auch für ein Familienmitglied stark, wenn diese von außen bedroht oder kritisiert werden. Ebenso schützen Menschen jene Institutionen, von denen sie abhängig sind oder wenn sie dem System scheinbar nicht entfliehen können. Sie tun es aber auch dann, wenn sie das Gefühl haben, keine Kontrolle über bestimmte Lebensbereiche zu haben, wie etwa das Gesundheits- oder Schulsystem.

na, da bin ich aber platt! wer hätte das auch nur in ansätzen vermuten können? gut, dass es die wissenschaft endlich vermocht hat, durch analyse von forschungen aus vielen jahrzehnten zu so einer bahnbrechenden conclusio zu kommen.

besonders angetan hat’s mir der satz: “Ebenso schützen Menschen jene Institutionen, von denen sie abhängig sind oder wenn sie dem System scheinbar nicht entfliehen können.” wie zum beispiel bei eisernen lungen, drogen oder modernen rechtsstaaten. in dem kleinen wörtchen ‘scheinbar’ steckt eine ganze philosophie: in ihm kondensiert sich eine scheinobjektive aussensicht der dinge, die eben nicht der subjektiven wertung des einzelnen, die sein handeln oder nichthandeln letztlich bestimmt, entspricht. die einschätzung, ob eine handlung die eigene situation zum besseren verändern könne, ist kein objektiver tatbestand, der die wertung zuliesse, ob man ein system ‘scheinbar’ oder ‘anscheinend’ nicht verlassen könne. natürlich: wenn alle menschen auf einmal keine steuern mehr bezahlen würden, wäre etatistendämmerung angesagt. also ist das etatistenmodell des miteinanders nur scheinbar nicht zu verlassen. bricht man dieses ausbruchsmodell aber auf den einzelnen herunter, ist das system anscheinend (dem subjektiven anschein nach) nicht verlassbar. also: no revolution.

mit einem wort: ich liebe die mises’sche praxeologie manchmal richtig doll!

Programmraten: DieLösung

I: NSDAP, 1920

II: Ahlener Programm, CDU, 1947

III: Godesberger Programm, SPD, 1959

IV: Freiburger Thesen, FDP, 1971

V: Bündnis 90/Die Grünen, 2009

VI: NPD, 2010

VII: Die Linke, Erfurt 2011

Alles fing damit an, dass ich in einer Diskussion bemerkte, wie die verkürzte Referenz auf die Nationalsozialisten als „Nazis“ deren sozialistischen Kern unsichtbar macht. Darauf habe ich deren Programm gegoogelt und war ziemlich erstaunt-erschrocken über dessen „Modernität“ (im schlechtesten Sinne). Also habe ich weitere Parteiprogramme inspiziert.

1. Es geht mir nicht darum zu sagen, alle Parteien seien gleich, sondern die bei allen zugrunde liegende antikapitalistische Mentalität zu dokumentieren. Bei so universellem politischem Konsens fragt sich, warum der Kampf gegen den Kapitalismus immer noch nötig ist. Er scheint ganz ohne jede politische Unterstützung ein [un?]gemein zäher Gegner zu sein.

2. Interessant ist, dass sich das politische Lager und die Zeit nicht an dem Inhalt, sondern an Schlüsselbegriffen (Rasse, Reich, Volk, Ökologie usw.) erkennen lässt, wobei wesentliche Schlüsselbegriffe wie (negativ) „Spekulation“ oder (positiv) „Gemeinwohl“ universell verwendet werden.

3. Ein Zäsur in der Sprache findet in den 1960er Jahren statt (zwischen dem Godesberger Programm 1959 und dem Freiburger Programm 1971). Am Rande: Besonders beeindruckt hat mich die genderkorrekte Bezeichnung der GegnerInnen im Programm der Linken: „Unsere Vorstellung einer friedlichen, gerechteren und demokratischen Welt ist in keiner Weise mit dem menschenverachtenden Weltbild der (Neo-) FaschistInnen zu vergleichen.“

4. Erschreckend, wie nahtlos und unscheinbar sich NSDAP- und NPD-Programme einfügen.

5. Was ich nicht dokumentiert habe (die Posts sollten nicht zu lang werden), sind weitere sich durchziehende gemeinsame Forderungen wie Mittelstandsförderung (wenn es ihm nach wie vor schlecht geht, ist er wohl zu Tode gefördert worden), Ausbau des öffentlichen Bildungswesens, Verbraucher- und Naturschutz oder Ökologie. – Mittelstandförderung ist wohlgemerkt auch Anliegen der Linken: „Selbstbewusste Selbstständige in Handwerk, Kunst und anderer Dienstleistung sind unverzichtbar für einen demokratischen Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Grundsätzlich gehört zur pluralen Eigentumsordnung des demokratischen Sozialismus das Privateigentum kleiner und mittlerer Unternehmen. Das gilt auch für bäuerliches Eigentum an Grund und Boden.“

6. Eine wissenschaftliche Konkordanz von Parteiprogrammen fände ich eine reizvolle Sache (es sei denn, jemand wüsste, dass es die schon gibt).

7. Der nächste Schritt wäre, die Parteiprogramme zu zerlegen nach den Kategorien:

- Forderungen, die umgesetzt wurden

- Forderungen, die wegen der Machtverhältnisse nicht umsetzbar waren

- Forderungen, die nicht ernsthaft umgesetzt werden sollten

- Forderungen, die prinzipiell nicht umsetzbar sind

Die ursprüngliche Rotbhardsche Formel „Jenseits von Rechts und Links“ gilt nach wie vor. Das libertäre Diktum „freies Handeln* (sozial und ökonomisch) und freies Denken (keine Zensur, niemals)“ ist die Umkehrung des antikapitalistischen Konsenses. (*Zur Erinnerung: „freies Handeln“ schließt Eigentum unvermeidlich ein, wie die Kropotkin-Philologie gezeigt hat.)

Programm VII

Weiter im heiteren, aber wenig erheiternden Programmraten (VII von VII): Welche Partei? Welches Jahr?

[…] Der Kapitalismus von heute ist räumlich und zeitlich entgrenzt, er hat sich die ganze Welt untertan gemacht. […] Multinationale Konzerne bestimmen die Preise, bestimmen, was angebaut und gefördert wird, dominieren die Handelsketten. Sie üben maßgeblich Einfluss aus auf die Welthandelsorganisation WTO, auf die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds, die die internationalen Handelsflüsse, die Wirtschafts- und Sozialpolitiken weltweit bestimmen. Die Macht der multinationalen Konzerne muss begrenzt, eingeschränkt und gebrochen werden. Land- und Bodenreformen stellen wichtige Schritte zur Sicherung der Ernährungssouveränität und des Rechts auf Nahrung dar. Unter den entfesselten kapitalistischen Bedingungen schlagen immer rascher und weitreichender Produktivkräfte in Destruktivkräfte um. Zugleich werden Arbeitsplätze vernichtet, Wohlstand wird zerstört und an der Natur Raubbau betrieben. Auch Kriege werden geführt, wenn auf diese Weise Profite gesteigert und gesichert werden können, notfalls auch unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe. […]

Die Produktion von Waren und Dienstleistungen findet überwiegend in privaten Unternehmen mit dem Ziel statt, möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Die große Mehrheit der Erwerbstätigen arbeitet als abhängig Beschäftigte. Sie erhalten nur einen Teil der von ihnen geschaffenen Werte als Lohn, den Überschuss eignen sich die Kapitaleigner an. […]

Die neoliberale Wende seit den [19]70er Jahren diente vor allem dem Ziel, die Profitrate der großen Konzerne nach oben zu treiben. Zentrale Mittel zu diesem Ziel waren die Deregulierung der Arbeitsmärkte und die politische Schwächung der Gewerkschaften, um das Lohnniveau zu drücken. Demokratische und soziale Rechte sowie Leistungen wurden abgebaut und Steuern auf Gewinne und Kapital gesenkt, um die Unternehmen zu entlasten und ihre Flexibilität zu erhöhen. Umfassende Privatisierungen zuvor öffentlicher Unternehmen und Dienstleistungen sowie sozialer Sicherungen eröffneten dem Kapital zusätzliche profitable Anlagesphären. […] Zunächst wurden die Währungsmärkte und im Anschluss daran die globalen Finanzmärkte mehr und mehr liberalisiert. […] Im Ergebnis haben die Nationalstaaten die Bildung wichtiger Preise auf den Weltmärkten, wie Wechselkurse und Zinsen, aus der Hand gegeben und der Spekulation von Banken und Devisenhändlern überlassen. […]

Die Grundversorgung der Menschen mit lebensnotwendigen Leistungen wie Energie, Wasser und Mobilität, aber auch Wohnen, die soziale Infrastruktur, Gesundheit, Bildung, Kultur und Sport darf nicht kapitalistischem Profitstreben überlassen werden. Sie muss öffentlich organisiert und garantiert werden. […]

Auch große Naturreichtümer gehören allen und daher grundsätzlich in öffentliche Hand. […]

Ein funktionierender Finanzsektor ist ein öffentliches Gut, seine Bereitstellung daher eine öffentliche Aufgabe. […]

Wir wollen regelmäßige Lohnzuwächse. […]

Die neoliberale Entstaatlichungs- und Privatisierungspolitik der vergangenen Jahre hat in vielen Bereichen zu einer massiven Unterversorgung geführt. Die Überwindung des öffentlichen Investitionsstaus und ein Ausbau öffentlicher Beschäftigung sind überfällig. […]

Der einheimische Anbau von Eiweißfuttermitteln muss gestärkt werden. Wir brauchen keine Gentechnik auf dem Acker, im Futtertrog, auf dem Teller oder im Tank.

curacao, eierlikör + sinalco

aphorismen sind eine gefährliche sache: in ihnen wird die geistige statur eines menschen wie in einem vergrösserungsglas sichtbar: was weiss er, was kann er, was will er? in einem längeren text kann man sich wunderbar verstecken, balzen, überrumpeln, ablenken, tarnen + täuschen. im aphorismus liegt die seele blank+ungeschützt vor uns.

Letztlich ist die Zeit mit Kunstwerken vertan, mit denen man sich nicht abgeben würde, wenn man kaum noch Zeit hätte. In sein letztes Zimmer nimmt kein Mensch ein Werk der modernen Kunst mit. (Michael Klonovsky | Zitat des Tages | ef)

es gibt seelen, in die man nicht unbedingt hätte blicken müssen …

kraftloser + gestelzter kann man ausgemachten unsinn kaum noch formulieren. eigentlich geht es nur um den satz ‘moderne kunst ist scheisse’. da aber ein selbsteingebildeter philosoph sich selten traut, seine mageren erkenntnisse schutzlos zu lassen (ihre armseligkeit wäre zu deutlich sichtbar), mixt er seine geistige magermilch munter mit der schon beachtlicheren sentenz ‘lebe immer so, als würdest du morgen sterben’ und der allsommerlichen medienpromi-umfrage, was man denn auf eine einsame insel mitnähme. curacao, eierlikör + sinalco: ein solch’ trüber mix ist schon im ansatz unschmackhaft. ich könnte mir zwar zur not noch vorstellen, dass ein mix-künstler auch aus diesen bestandteilen eine erträgliche mischung hervorzauberte. nicht jedoch ein auch noch radebrechender denkanfänger, der die ingredenzien in ungehobelten mengen einfach zusammenschmeisst, ohne eis, zitrone oder grenadine lieblos umrührt und in ein altes senfglas füllt.

ich hätte überhaupt nichts dagegen, wenn jemand formulierte: ‘ich konnte moderne kunst nie so lieben, dass sie mich beim sterben hätte  begleiten sollen.’ man muss moderne kunst (was immer damit gemeint ist) nicht lieben oder verstehen. diese nichtliebe + dieses nichtverstehen aber den abgewiesenen objekten auf die rechnung zu schreiben, ist unseriös + unprofessionell. wenn ich etwas nicht verstehe, heisst das nicht, dass dieses Unverstandene an sich unverständlich ist (eigentlich trivial, diese überlegung, aber ab und zu sollte man gerade philosophen an diese trivialität erinnern). ebenso mit der liebe: wäre alles, was ich nicht liebe, unliebenswert …

aber bei philosophen (insbesondere dilettierenden) ist das eigene dünken meist auch schon die äusserste grenze erreichbarer erkenntnis: was ich nicht denken kann, ist undenkbar!

schlimm, dass solches gesülze sich an themen wie kunst, liebe und freiheit vergreift! es sollte sich lieber mit den philosophischen geheimnissen des heimischen dackels abgeben: dann könnte es auf augenhöhe argumentieren.

Programm VI

Weiter im heiteren, aber wenig erheiternden Programmraten (VI von VII): Welche Partei? Welches Jahr?

[…] Der globalisierte Kapitalismus kennt keine politischen, sozialen und kulturellen Bindungen und führt auf den internationalen Kapitalmärkten ein asoziales Eigenleben. […] Der entfesselte Globalkapitalismus hat einen sozialen Unterbietungswettlauf in Gang gesetzt, der soziale Ungerechtigkeiten verursacht und die staatliche Handlungsautonomie untergräbt. Die Globalisierung ist die Kampfansage an die nationalstaatliche Ordnung und damit an die Freiheit aller Völker. Die Globalisierung steht für die Weltdiktatur des Großkapitals, das die Völker kulturell gleichschaltet, politisch entmündigt, wirtschaftlich ausbeutet und ethnisch zerstört. […]

Der Staat hat für ein flächendeckendes, hochwertiges vorschulisches Erziehungs- und Betreuungsangebot Sorge zu tragen. […]

Die Wirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern dienender Teil des Ganzen. Der Staat muß daher der Wirtschaft einen ordnungspolitischen Rahmen setzen. […] Zweck des Wirtschaftens ist die Bedarfsdeckung des Volkes und die Schaffung von Werten. Aufgabe des Staates ist die gerechte Verteilung des Wohlstandes sowie der Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen. […]

Die heimischen kleinen und mittelständischen Unternehmen sind vor der Marktmacht der global agierenden Großkonzerne zu schützen. […] Dem Machtmißbrauch durch privatwirtschaftliche Monopole ist mit einem wirkungsvollen Kartellrecht zu begegnen. Die infrastrukturelle Grundversorgung und Daseinsvorsorge (z.B. Bahn, Post, Energie, Wasser) gehört in staatliche Hand. […] Die Dominanz der Finanzmärkte über die Volkswirtschaft und der Vorrang der Spekulation vor der Produktion sind zu brechen. […]

Die Globalisierung der Wirtschaft beruht auf dem überholten und falschen Ziel der maximalen Ausbeutung der Erde durch Schaffung von wirtschaftlichen Monokulturen. […]

Steuern bilden die Grundlage des Staatshaushalts. Aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit ist eine stärkere Steuerentlastung zugunsten von Beziehern kleinerer und mittlerer Einkommen durchzusetzen. Eine angemessene Vermögensteuer, die nicht auf Produktivvermögen erhoben wird, ist Bestandteil des Solidarprinzips. […]

Ganz im Bismarckschen Sinne ist eine sofortige Systemänderung in der Rentenpolitik notwendig. […] Aufgrund der unterschiedlichen Erwerbsbiographien, die zum Teil lange Zeiten der Arbeitslosigkeit oder geringer Entlohnung enthalten, ist eine existenzsichernde Grundrente für alle Deutschen einzuführen. […]

In Deutschland dürfen Lebensmittel nur gentechnikfrei hergestellt und angeboten werden. In Deutschland selbst muß jeglicher Gentechnikanbau unterbleiben. […]

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